Hier einige Tipps aus der Naturheilkunde

Es ist normal, dass im Knochen ständige Auf- und Abbauprozesse stattfinden. Bei der Osteoporose, die wörtlich „Knochen-Löchrigkeit“ bedeutet, erfolgt der Knochenabbau allerdings schneller als der Knochenaufbau. Dadurch verringert sich die Knochendichte, die Knochen werden brüchig. Schmerzen, Mobilitätsverlust und Brüche drohen. Die Naturheilkunde hat hier einige Tipps parat und auch aus der Sicht der TCM können wir Wertvolles lernen – etwa, wie man den Knochenaufbau über die Ernährung unterstützt.
Von Dr. phil. Doris Steiner-Ehrenberger und Paul Ebert, BB.Sc

Osteoporose ist heute eine der häufigsten Erkrankungen des Alters. Bei Frauen steigt das Risiko für Osteoporose hormonell bedingt ab den Wechseljahren, das ist bekannt. Doch auch jüngere Frauen und Männer können damit konfrontiert sein. Betroffene sollten alle Ursachen kennen, um auf mehreren Ebenen gegensteuern zu können!

KALZIUMRÄUBER MEIDEN
Wie wichtig Kalzium für die Knochen ist, ist wohl jedem bekannt. Doch es gibt Nahrungsmittel, die seine Aufnahme verhindern oder Ausscheidung forcieren. Phosphat ist der größte Gegenspieler des Kalziums. In kleinen Mengen fördert es die Knochenstabilität, doch in großen Mengen hemmt es die Kalziumaufnahme. Phosphathaltige Lebensmittel wie Cola, Fast Food, Fertiggerichte, Limonaden, Schmelzkäse und verarbeitete Fleischwaren sollte man daher lieber meiden.
Auch Oxalsäure ist ein Kalziumräuber und enthalten in Spinat, Rhabarber, Mangold, Rote Bete und Kakao. Ebenso Phytinsäure, die in Vollkornprodukten, Mais, Reis, Nüssen und Bohnen enthalten ist (Daher lange einweichen oder lange kochen). Das im Salz enthaltene Natrium fördert die Kalziumausscheidung über den Urin.

DIE ROLLE DER MINERALSTOFFE
Kalzium, das zu 40% in der Knochenmineralmasse enthalten ist, sorgt hauptsächlich für die Stabilität und Härte der Knochen. Magnesium, das eng mit Kalzium zusammenspielt, ist nur zu 0,7 – 1% im Knochen gebunden, gilt aber als Architekt und Baumeister der Knochen. Es ist an der Regulation der knochenaufbauenden Zellen (Osteoblasten) beteiligt und aktiviert Vitamin D, das die Kalziumaufnahme aus dem Darm steuert. Ein Magnesiummangel kann den Kalziumstoffwechsel empfindlich stören und den Knochenabbau begünstigen.

KNOCHENSCHÄDEN DURCH ÜBERSÄUERUNG
Unsere Knochen sind aber nicht nur für die Stabilität des Bewegungsapparates von Bedeutung. Sie werden auch als „Basendepot“ für die Neutralisation bei Übersäuerung genutzt, die häufig ernährungsbedingt ist. Wie wichtig Kalzium ist, auch zum Neutralisieren, weiß heute schon fast jeder. Aber wie steht es mit Kalium? Bei der „Mangel- Osteoporose“ kann man interessanterweise mit Kalium gegensteuern. Obwohl nur 1% der Knochenmasse aus Kalium besteht, fungiert es als wichtiger „Säurepuffer“ und macht hier quasi „den Job“, wodurch die anderen basischen Mineralstoffe Kalzium und Magnesium im Knochen geschont werden. Kalium verhindert also Knochenabbau indirekt und reduziert außerdem die Kalziumausscheidung über die Nieren. Eine Studie zeigte, dass die Verabreichung von Kalium für signifikant stärkere Knochen, etwa an den Lendenwirbeln, und für eine bessere Mineralstoffdichte sorgte. Gerade wer sich also nicht zu einer Ernährungsumstellung mit weniger Zucker, Weißmehlprodukten und viel Fleisch durchringen kann, sollte wenigstens kaliumreich essen. Kaliumcitrat, das in der Studie eingesetzt wurde, darf man nur nehmen, wenn man sicher keine Histaminintoleranz hat, da man dabei allgemein Citrate nicht verträgt.

ÜBERSÄUERUNG DURCH DARMFEHLBESIEDELUNG
Oft spielt der Darm mit, wenn die Knochen leiden. Eine Darmdysbiose (Fehlbesiedlung des Darms) kann die Entstehung einer Osteoporose auf jeden Fall stark begünstigen. Ist das gesunde Darmmilieu gestört, verändert sich der pH-Wert auf ungesunde Weise hin zu einem basischen Milieu, in dem sich die „falschen“ Bakterien übermäßig vermehren können. Mit ihrem Gärungsstoffwechsel erzeugen sie saure Giftstoffe, die dann chronische Übersäuerung und stille Entzündungsprozesse hervorrufen. Diese aktivieren die knochenabbauenden Zellen (Osteoklasten), die den Knochenabbau beschleunigen. Außerdem kann die Darmbarriere empfindlich gestört, ja sogar undicht werden (Leaky Gut). Durch die geschädigte Darmschleimhaut können wichtige Nährstoffe (vor allem Kalzium und Vitamin D) nicht mehr optimal ins Blut aufgenommen werden und das beeinflusst den Säure-Basen-Haushalt ebenfalls negativ. Ein intaktes Mikrobiom spielt also eine zentrale Rolle für die Mineralstoffversorgung und die Kalzifizierung des Knochens! Bestimmte Bakteriengruppen (z.B. Clostridien) werden mit einem geringeren Knochenaufbau in Verbindung gebracht, während „freundliche“ Darmbakterien das Knochengewebe positiv beeinflussen. Dazu zählen etwa die Lactobazillen acidophilus DDS-1, paracasei, plantarum und reuteri, während das Bifidobacterium breve die Kalziumaufnahme erhöht. (enthalten etwa in Lactobac 15 Stämme).

LAKTOSEINTOLERANZ BEACHTEN
Man betont heute zwar immer wieder, wie wichtig Milchprodukte für die Knochen sind. Doch das ist zu pauschal. Manche vertragen sie, aber sehr viele vertragen sie aufgrund eines vorgeschädigten Darms nicht, insbesondere wenn der Körper das Enzym Laktase zum Abbau der Laktose (Milchzucker) nicht ausreichend produziert. Kann die Laktose nicht im Dünndarm aufgespalten werden, wandert sie unverdaut in den Dickdarm. Dort kommt es zu Blähbauch und Durchfall, indem sich die gasbildenden Bakterien auf Kosten der gesunden Darmflora vermehren. Das fördert nach ganzheitsmedizinischen Gesichtspunkten auch Osteoporose. Daher: Laktosefreie Milchprodukte bevorzugen und/oder das Mikrobiom mit freundlichen Stämmen unterstützen wie dem Lactobazillus acidophillus DDS-1, dem Streptococcus thermophilus oder dem Lactobacillus delbrueckii bulgaricus (enthalten etwa in Lactobac 15 Stämme). Sie fördern den Kalzifizierungsprozess der Knochen nachweislich und helfen außerdem beim Abbau von Laktose.

KNOCHENABBAU DURCH HORMONMANGEL
Da Östrogen normalerweise knochenabbauende Zellen (Osteoklasten) hemmt und knochenaufbauende Zellen (Osteoblasten) fördert, führt der Östrogenmangel nach der Menopause zu beschleunigtem Knochenabbau bei der Frau. Ein gutes Gegengewicht dazu ist Vitamin K2. Es hemmt knochenabbauende Zellen (Osteoklasten) und stimuliert die Bildung neuer Osteoblasten. Außerdem aktiviert es das von Osteoblasten (knochenaufbauenden Zellen) gebildete Protein Osteocalcin. Erst in dieser aktivierten Form kann Kalzium gebunden und fest in die Knochenmatrix eingelagert werden. Besonders geeignet ist dazu eine gute Kalziumquelle.

WELCHE KALZIUMQUELLE IST DIE BESTE?
Da kommen mehrere in Frage, jedoch ist es weder Milch noch das schwer aufnehmbare, anorganische Calciumcarbonat, für dessen Aktivierung jedenfalls ausreichend Magensäure benötigt wird. Ist das nicht der Fall, wirkt es nicht. Besser geeignet ist die Sango Meereskoralle, deren Zusammensetzung dem Knochen ähnelt und dessen Kalzium bereits aktiviert ist.

UNTERSTÜTZT KNOCHEN & MEHR: BAOBAB
Ein alternativer Kalziumspender ist etwa das afrikanische Ballaststoffpulver Baobab, das neben Kalzium auch viel Kalium und Magnesium sowie Vitamin C enthält und wenig Phosphor. Der hohe Gehalt an Vitamin C unterstützt die Aufnahme von Mineralien und ist an der Kollagensynthese beteiligt, wodurch Knochen und Knorpel gestärkt werden. Zudem wirkt es entzündungshemmend, wodurch Gelenkschmerzen gelindert und der Knochenabbau reduziert werden kann. Außerdem ist Baobab reich an löslichen und unlöslichen Ballaststoffen – „Futter“ für die Darmbakterien, sogenannte Butyratbildner, die für die Reparatur der Darmbarriere zuständig sind. Baobab unterstützt aktiv die Knochengesundheit, den Knochenaufbau und die Festigkeit von Zähnen und ist als „Low-FODMAP“ eingestuft, daher auch bei empfindlichem Darm, Darmfehlbesiedlung und Reizdarm meist geeignet, wenn man mit kleinen Dosen beginnt. Die Akazienfaser hat übrigens gar keine FODMAPS, jedoch auch kein Kalium, Kalzium und Magnesium zu bieten.

WENN VITAMIN D NICHT AUFGENOMMEN WIRD
Ein weiterer Grund für Osteoporose ist ein Mangel an Magnesium, da Vitamin D der wichtigstre „Co.Faktor“ für Vitamin D ist, das wiederum die Kalziumaufnahme aus dem Darm in Blut fördert. Ausreichend Magnesium wird benötigt, um das eingenommene Vitamin D in seine aktive Form umzuwandeln. Bei einem Magnesiummangel bleibt Vitamin D im Körper weitgehend inaktiv und wirkungslos. Ein weiterer Grund dafür, dass Vitamin D nicht aufgenommen wird, ist eine Blockade des Vitamin-D-Rezeptors durch eine chronische Belastung mit Erregern wie dem Epstein-Barr-Virus, Borrelien, Chlamydien, dem Hepatitis-C- oder Cytomegalie-Virus, Tuberkulose-Bakterium oder Aspergillus fumigatus )im IMD Labor Berlin kann die empfohlene Diagnostikinformation bei Osteoporose abgerufen werden.)

STÄRKERE KNOCHEN DURCH BEWEGUNG
Der Knochen braucht aber auch ständige Reize, um nicht zu schnell abgebaut zu werden. Ruhige Sportarten wie Radfahren oder Schwimmen bringen für die Knochen allerdings nichts, sondern es müssen Bewegungen in Verbindung mit Erschütterungen sein – wie beim Tennisspielen oder Trampolinspringen. Fehlt der mechanische Reiz des Knochens, etwa bei Bettlägrigkeit, geht über ein Prozent Kalzium pro Monat in den tragenden Knochenstrukturen verloren. Lauftraining oder Trampolinspringen, auch schwungvoll Stufensteigen sind günstig. Die Stoßbelastung bei jedem Schritt setzt mechanische Reize, die den Knochenaufbau an Wirbelsäule und Hüfte signifikant steigern.

IM WINTER AN DIE KNOCHEN DENKEN
Wussten Sie, dass Osteoporose in der Traditionellen Chinesischen Medizin ein typisches „Winter-Thema“ ist? So wie Zahn- und Gehörprobleme, Schmerzen im unteren Rücken, Antriebslosigkeit, Schwindel oder häufiger Harndrang nachts? All das hängt mit einer Schwäche im Wasserelement zusammen, zu dem die Nieren und Blase gehören und das im Winter seine Hauptregenerationszeit hat, andererseits aber auch am empfindlichsten ist.

ERERBTE DEFIZITE AUSGLEICHEN
Der Nierenmeridian erhält im Winter die meiste Energie im gesamten Meridiansystem und ist deshalb besonders bereit für tiefgreifende Regenration. Andererseits sind die Winterkälte und kurzen Tage mit wenig Licht eine Herausforderung für all jene, die im Wasserelement mit den zugeordneten Organen Niere-Blase eine Schwäche haben. Sie ist meist angeboren, denn Nierenessenz („Jing, das vorgeburtliche Qi“), auf der unsere Lebensenergie aufbaut, wird von den Eltern mitgegeben. Ist Jing durch Auspowern oder voranschreitendes Alter bereits reduziert, schwächt das auch die Knochen und Zähne. Deshalb müssen eine starke Milz und die geeignete Ernährung dazu dafür sorgen, dass wenigstens stets genug nachgeburtliches Qi gewonnen wird. Umso mehr, wenn man ererbte Defizite ausgleichen muss.

SCHLAF UND WÄRME
Im Winter heißt es deshalb noch mehr als im restlichen Jahr: Die Nierenenergie (Nieren-Qi) bewahren und auffüllen! Ausreichender (und früher) Schlaf und Erholung sind dafür entscheidend. Warm halten, vor allem entlang des Meridianverlaufs – von den Füßen, über Knöcheln, Beine, Knie bis zum unteren Rücken. Heiße Fußbäder bis zu den Knien hoch und wärmende Speisen (Suppen, Eintöpfe) unterstützen den Körper zusätzlich.

OSTEOPOROSE AUS LONGEVITY-SICHT
Longevity (englisch Langlebigkeit) erforscht wie man gesund alt wird, vital und beschwerdefrei bleibt. Es verbindet Wissenschaft mit Fragen des Lebensstils, wozu auch Ernährung und Natursubstanzen gehören mit dem Ziel, den Alterungsprozess zu verlangsamen, die Gesundheitsspanne zu maximieren und die Lebensqualität zu steigern. Osteoporose gehört jedenfalls zu ihren Themen. Da Knochen für ihren ständigen Umbau, Aufbau und Abbau große Mengen an Energie benötigen, spielen die Mitochondrien – die Energiegewinnungszentren unserer Zellen – eine entscheidende Rolle. Besonders knochenabbauende Zellen (Osteoklasten) sind reich an Mitochondrien, da der Knochenstoffwechsel sehr aktiv ist und bei Energiemangel schwächer wird.

HILFE AUF DER GENEBENE
Alles, was das Enzym Sirtuin 1 (SIRT1) aktivieren kann, ist wirksam bei geschwächten Mitochondrien. Das Enzym spielt deshalb eine zentrale Rolle bei Anti-Aging-Prozessen, eine Schlüsselrolle bei Zellreparatur, Stoffwechsel und Energie. Die Mitochondrien werden gestärkt, repariert, vermehrt neu gebildet und der Abbau defekter Mitochondrien wird angestoßen, was die Ansammlung geschädigter Organellen verhindert.

INHALTSSTOFFE DES BAMBUS-MIX HEBEN SIRT1 AN
Erwiesen ist das für den Bambus- Extrakt, Cordyceps Pilz, Vitamin D, Vitamin K2 und Shilajit. Sie stellen mehr Energie für den Knochenaufbau zur Verfügung. Nur der Korbfarn wurde dahingehend noch nicht untersucht.

DER BAMBUS-MIX VERBINDET ZWEI WELTEN
7-fache Power für die Knochen. Westliche Nährstoffkenntnis und östliches Wissen um energetische Zusammenhänge wurden im Bambus-Mix vereint. Darin ist an sich alles enthalten, was Knochenaufbau und -dichte fördert. Außer eine Kalziumquelle, denn der Mix soll auch zusätzlich zu kalziumreichen Osteoporose-Medikamenten eingenommen werden können.

  • Bambus enthält viel Silizium für elastische Knochen und regt den Kollagenaufbau im Knochen- und Bindegewebe an. Dadurch wirkt er regenerativ und strukturverbessernd, auch auf den Knorpel, und verbessert die Beweglichkeit und Elastizität insgesamt. Baut Jing auf.
  • Korbfarn ist die wichtigste TCM-Wurzel für brüchige Knochen und trägt in China den bedeutungsvollen Namen: „Nimm es, wenn die Knochen splittern“. Baut Jing auf und wirkt auch gut gegen Arthritis.
  • Cordyceps Vitalpilz stärkt die Nieren, wärmt, baut Jing auf.
  • Shilajit beeinflusst für den Kollagenaufbau verantwortliche Gene und versorgt mit allen bekannten, oft auch seltenen Spurenelementen, darunter Bor, das bei der Einlagerung von Kalzium in Knochen und Zähne helfen kann. Er enthält auch Schwefel und Strontium, das in Spuren günstig auf Knochenmasse und Knochenheilung wirkt und als „Kalziumschlepper“ fungiert. Baut Jing auf.
  • Aminosäure Lysin stoppt die Auflösung des Kollagens auf natürliche Weise, beeinflusst die Zellerneuerung positiv und erhöht die Kalziumaufnahme.
  • Vitamin D fördert die Kalziumaufnahme und reguliert den Kalzium- und Phosphat-Haushalt. Baut Jing auf.
  • Vitamin K2 hemmt knochenabbauende Zellen (Osteoklasten) und stimuliert die Bildung neuer Osteoblasten, aktiviert das von Osteoblasen (knochenaufbauende Zellen) gebildete Protein Osteocalcin. Außerdem steuert es die richtige Einlagerung des Kalziums in Knochen und Zähnen.

DAS SCHADET DEN KNOCHEN
Rauchen, hoher Alkoholkonsum, Bewegungsmangel, Kalzium- bzw. Vitamin-D-Mangel und wenig Magensäure (Kalzium muss damit erst aktiviert werden) sind ebenfalls mit erhöhtem Osteoporose-Risiko verbunden. Genauso eine Laktoseunverträglichkeit, entzündlich-rheumatische Erkrankungen, Morbus Bechterew, chronische Darmerkrankungen und eine Überfunktion der Nebenschilddrüse. Die Einnahme von Kortison, blutverdünnenden Medikamenten, Pantoprazol und anderen Protonenpumpenhemmern, Antiepileptika oder Antiandrogenen (bei Prostatakrebs).

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