Erhöht das Risiko für Herzinsuffizienz

Dass Selen für die Schilddrüse und den antioxidativen Eigenschutz unerlässlich ist, wussten wir schon lange. Auch dass Selen für das Herz von Bedeutung ist, ist nicht neu. Schwedische Wissenschaftler zeigten in einer Studie aus 2023, dass Personen mit den niedrigsten Selenwerten ein doppelt so hohes Risiko für Herzinsuffizienz haben wie Personen mit hohen Selenwerten.
Von Dr. phil. Doris Steiner-Ehrenberger

Unsere Böden sind selenarm, das ist uns bewusst. Doch während wir auch alles Mögliche achten, ist Selen meist dennoch nicht im Blick. Dabei kann das lebensnotwendige Spurenelement ein wichtiger Lebensverlängerer sein. Das jedenfalls stellten Wissenschaftler der Universität Lund im Rahmen der Bevölkerungsstudie Malmö Förebyggande Medicin in Bezug auf das Risiko an einer Herzinsuffizient er erkranken fest.

NIEDRIGSTE SELENSPIEGEL – DOPPELT SO HOHES HERZRISIKO
Sie verglichen während einer Studienlaufzeit von 15 Jahren die Selenspiegel von 4.803 Männern und Frauen mit der Prävalenz zu Herzinsuffizienz und fanden, was schon ähnliche Studien zuvor vermuten ließen. Ein Selenmangel führt zu einer schlechteren Prognose. In dieser Studie fand man bei den 20 Prozent der Probanden mit den niedrigsten Selenspiegeln ein doppelt so hohes Risiko für eine Herzinsuffizienz wie bei den Probanden mit den höchsten Selenwerten.

SELEN UND COENZYM Q10 STEIGERN HERZMUSKELLEISTUNG
Vorangegangene Studien wie die „KiSel 10 Studie“ zeigten bereits ein signifikant niedrigeres Risiko an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, wenn eine tägliche Selengabe erfolgte und dabei auch das für die Herzenergie wichtige Coenzym Q10 verabreicht wurde (die Eigenproduktion von Coenzym Q10 lässt im Alter sehr stark nach). Selen und Coenzym Q10 konnten die Herzmuskelleistung der Teilnehmer deutlich verbessern, wie mittels Echokardiographie festgestellt wurde.

GESUNDE MIT NIEDRIGEM SELENSPIEGEL
Interessant dabei: Die Untersuchung wurde an gesunden, normal alternden Testpersonen durchgeführt, die auch kein Risiko erwarteten. Gerade sie zeigten allerdings auffallend niedrige Selenspiegel zu Beginn, wie es bei Europäern generell der Fall ist. Ebenso interessant ist, dass die innerhalb von fünf Jahren entnommenen Blutproben der Versuchsgruppe mit Selen und Coenzym Q10 sich immer deutlicher von der Placebogruppe unterschieden, die kein Selen und kein Coenzym Q10 bekamen.

NORMALE ALTERUNG WIRD AUSGEHEBELT
Das Auffälligste: Bestimmt Entzündungsmarker bewegten sich genau gegensätzlich als man das beim natürlichen Alterungsprozess erwarten würde. Die entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften der beiden Nährstoffe wirkten sich also massiv positiv auf die kardiovaskuläre Gesundheit aus.

BEDARFMENGE WURDE ERHÖHT
In Schweden und einigen weiteren nordischen Ländern wurde deshalb die empfohlene Selenzufuhr um 50 Prozent erhöht – bei Männern liegt sie bei 90 Mikrogramm, bei Frauen bei 70 Mikrogramm, während bei uns Männern 70 und Frauen 60 Mikrogramm empfohlen werden. Aufgrund selenarmer Böden wird man das aber nur schwer erreichen ohne Extragabe Selen. Wir plädieren für pflanzliches Selen aus Quinoakeimlingen, entweder mit Jod aus der Kelpalge oder mit leberstärkenden Aminosäuren. Selenreiche Paranüsse haben den Nachteil, neben Selen auch viel radioaktives Radium zu enthalten. Mit ein paar Nüssen kann man die normale Belastung durch die Ernährung bereits um das 1000-fache erhöhen.

COENZYM Q10 MIT TRAUBENKERNEXTRAKT 
Auch diese Supplementierung macht Sinn, um die Kraft des Herzmuskels zu erhalten. Wir finden die Kombination mit Traubenkernextrakt besonders wirkungsvoll, wenn ein hoher Gehalt an OPC (oligomere Proanthocyanidine) vorliegt. Dieses Polyphenol wirkt stark antioxidativ, schützt Gefäßwände und hält sie elastisch. Studien deuten auf eine leichte Senkung des Blutdrucks (insbesondere des unteren, diastolischen Wertes) und der Herzfrequenz hin. OPC fördert die Durchblutung und kann durchblutungsbedingte Schwellungen in den Beinen reduzieren. Außerdem beeinflusst es den Cholesterinspiegel positiv, hemmt die Oxidation von Cholesterin und wirkt leicht blutverdünnend. Traubenkernextrakt enthält auch kleine Mengen Resveratrol und weitere Polyphenole.

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